Traditionell führen in der Adventszeit Touren des Wandervereins Burgstädt ins Erzgebirge, um dort die besondere Atmosphäre des Weihnachtslandes zu erleben. Oft geht es dabei auch in die 1471 gegründete Bergstadt Schneeberg. Am 07.12.2025 war es wieder so weit. Der VMS hat es passenderweise so eingerichtet, dass man mit der Linie C13 umsteigefrei von Burgstädt nach Aue fahren kann.   

 

     

Kulturhaus in Aue                                                                           Rückblick auf Aue

 

Vom Bahnhof gelangten wir zunächst zum unterhalb des Brünlasbergs verlaufenden Floßgraben. Dieser wurde zwischen 1556 und 1559 zur Versorgung der Schneeberger Gruben mit Holz angelegt und verläuft auf einer Streckenlänge von insgesamt 15 km mit ausgesprochen mäßigem Gefälle. Selbstverständlich ist er heute Bestandteil des UNESCO-Welterbes Montanregion Erzgebirge.

 

     

Floßgraben                                                                                    Floßgraben beim Rechenhaus

 

Nach 9 Wanderkilometern ohne sonderliche körperliche Anstrengung erreichten wir dessen Ursprung an der Zwickauer Mulde bei Albernau. Besonders im Bereich oberhalb der Zwickauer Mulde wartete an jeder Biegung eine neue Felsformation auf die Wanderer und verführte zum Fotografieren. Das Rechenhaus lockte mit angenehmen tschechischen Speisen, Pilsner Bier und Kofola an einen Tisch neben dem Kamin. 

 

     

Zwickauer Mulde bei Albernau                                                         Rechenhaus

 

Nun warteten tatsächlich die ersten spürbaren Steigungen auf uns. Über 140 m ging es hinauf nach Albernau und zur Albernauer Kanzel, einer Felsformation mit toller Aussicht. Ein Gedenkstein widmet sie allen Verehrern der Natur. Auf aussichtsreichen Wegen, immer wieder ließen sich die Morgenleithe, der Spiegelwald und der Gleesberg ausmachen, ging es weiter nach Zschorlau. Ein weiterer leichter Anstieg und der Lerchenberg war erklommen. In der Nähe des Fördergerüsts des Türkschachtes wurde dann nach Neustädtel abgebogen. 

 

     

Albernauer Kanzel                                                                          Türkschacht 

 

Schon von Weitem war ein weiter Höhepunkt unserer Wanderung auszumachen, die Wolfgangskirche von Schneeberg. Zunächst aber noch einmal hinab ins Tal der Schlema und dann steil die Steingasse hinauf. Bei einem Besuch in Schneeberg gehört ein Blick ins Innere dieser fantastischen Hallenkirche selbstverständlich dazu. Anschließend war noch Zeit für einen kurzen individuellen Besuch des Schneeberger Weihnachtsmarktes, bevor die Ersten den letzten Express-Bus Richtung Chemnitz bestiegen. 

 

     

Schneeberg                                                                                   Schneeberger Weihnachtsmarkt

 

Auf den Rest wartete noch ein besonderes Highlight. Die Straßenränder im Stadtzentrum Schneebergs waren schon lange dicht von Menschen gesäumt. Die Große Bergparade des Sächsischen Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine lockte Gäste aus Nah und Fern in Scharen in die Stadt. In der Ritterstraße ging jedoch noch relativ entspannt zu. Inzwischen war es dunkel und der Lichterglanz der Stadt und der Geleuchte der Bergleute machte dem Namen Lichtelfest alle Ehre. Beim Abschlusszeremoniell der vereinigten Bergkapellen vor dem Rathaus war der Besucherandrang dann noch deutlich angeschwollen. Das tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch. Beim Erklingen der Glück-Auf-Fanfare stellte sich Gänsehautfeeling ein, das sich dann von Bergmarsch zu Bergmarsch weiter steigerte. 

  

     

Bergparade in Schneeberg                                                              Abschlusszeremoniell vor dem Rathaus

 

Ein paar Chancen auf Ähnliches gibt es dieses Jahr noch.                                              

Wir wünschen allen Mitgliedern, Gästen und Lesern eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start ins Wanderjahr 2026. 

 

Glück Auf. 

Felix Pechmann