Am 15.07.2026 trafen sich 15 Wanderfreunde vom Wanderverein Burgstädt, um 7.30 Uhr am Bahnhof. Wir fuhren über Chemnitz und Hainichen nach Roßwein. Unsere Wanderung begann in der Stadt und danach Richtung Freiberger Mulde. Nach einem Stück an der Straße entlang bogen wir in einen steilen Waldweg ab. Die Strecke führte ein Stück durch das ehemalige Roßweiner Bergbaurevier. Von 1581 bis 1885 gab es hier eine Vielzahl kleiner und größerer Gruben im sogenannten Wolfstal. Silber und Kupfer wurden abgebaut. Aber das ständig eindringende Bergwasser erschwerte den Untertage-Betrieb. Von 1925 bis 2017 nutzte man das Wasser zur Trinkwasserversorgung für die Stadt Roßwein. Weiter führte unser Weg als „Roßweiner Gipfeltour“ über Gleisberg und nach dessen Ortsteil Marbach. Nun wanderten wir durch den Wald und an der Freiberger Mulde entlang, nach Altzella. Schließlich erreichten wir die imposante Klosteranlage. Von 1162 bis 1540 existierte hier die bedeutendste Zisterzienser-Abtei in Sachsen. Die Mönche kamen aus dem Kloster Pforta hierher. Die Klostermauer umschloss ein Gebiet von 17 ha, war bis 5 m hoch und etwa 1,3 km lang. Im Mittelpunkt standen zuerst Klausur und Kirche. Um 1198 geweiht, war sie mit 67 m Länge in der damaligen Zeit der größte Backsteinbau nördlich der Alpen. Die Mönche setzten auf Eigenversorgung. Es gab somit neben Kirche und Wohnungen verschiedene Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude. Nach und nach wurden immer neue Bauten errichtet, bzw. die Nutzung veränderte sich. Ab 1339 kam z.B. die Andreas-Kapelle als Begräbnisstätte der Wettiner hinzu. Um 1540 erfolgte die Auflösung des Klosters und ein kurfürstliches Kammergut entstand. Im 16. Jahrhundert erbaute man u.a. auch die „Schreiberei“, als Verwaltungsgebäude. Ab 18. Jahrhundert wurde eine Käserei eingerichtet und später eine Branntweinbrennerei betrieben. Von 1945 bis 1990 war hier eine Schmiede und Traktorenwerkstatt für das volkseigene Gut untergebracht. Von 1996-98 erfolgte der Umbau zum Servicegebäude. Mit der sinkenden Anzahl der Mönche ließ man das Obergeschoß des Konversenhauses (Quartier für Laienbrüder) zu einer Bibliothek umbauen. Später wurde das Gebäude als Speicher und Stall genutzt. Die heutigen Kenntnisse über Aussehen und Baugeschichte sind vor allem dem sächsischen Kunsthistoriker Heinrich Magirius zu verdanken. Seit Mitte der 1950er Jahre führte dieser archäologische Untersuchungen durch. Um 1800 vollendete man die Parkanlage im englischen Stil. Der Landschaftspark mit Klosterruinen ist auch heute noch für Besucher interessant. U.a. werden Führungen mit der Kräuterfrau angeboten. Im Klostergelände finden außerdem die verschiedensten Veranstaltungen statt (z.B. Konzerte, sowie Tier- und Blumenmärkte). Es gibt auch den Kunsthandwerks-, sowie Käse- und Spezialitätenmarkt. Wir machten unsere Mittagspause im Biergarten. Danach waren es noch reichlich 3 km Wanderweg bis Nossen. Leider ist das dortige Schloss derzeit für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Der Bus brachte uns nach Freiberg und die Bahn über Chemnitz zurück nach Burgstädt. Es war wieder ein schöner Tag mit vielen interessanten Eindrücken. Wir danken deshalb unserer Wanderleiterin Maria Busse für die wie immer sehr gute Organisation.

 

Ute Möller